Identität

Mit Behinderung in Angola leben

Etwa zehn Prozent der Angolaner_innen haben eine körperliche Behinderung, was u.a. auf die Tretminen zurückzuführen ist, die im langen Bürgerkrieg exzessiv eingesetzt wurden. Francis Müllers ethnografische Recherche in Angola zeigt, dass viele Menschen mit Behinderung in Luanda individualistische Werte haben und kreative Praktiken ausüben, auch wenn sie in bitterer Armut leben: In den Musekes – den Slums in Luanda – leben die Menschen mit Behinderung örtlich sehr kleinräumig, aber zugleich in einer hohen kulturellen Diversität.

Soziologie der Dinge

Am Beispiel der Dinge führt diese Veranstaltung in einige Theorien und Denkweisen der Soziologie ein. Die Soziologie fragt in diesem Kontext danach, welche Bedeutungen Dingen zugesprochen wird, welche Funktionen sie erfüllen – sei es ein religiöses Totem, ein Kunstwerk, eine Waffe oder ein iPhone –, wie sie auf das Verhalten der Menschen einwirken und dieses grundlegend verändern. Das Ziel der Veranstaltung besteht darin, aufgrund von soziologischen Texten Dinge unserer Alltagswelt und ‑kultur zu reflektieren.

Universität St. Gallen (HSG) | seit 2014

Intercultural Questionnaire about Death and Dying

Our intercultural research study Questionnaire about Death and Dying examines how differently cultures and denominations handle one of their biggest challenge: dealing with death and dying. The Questionnaire aims at corresponding attitudes and habits, desires and fears. Answers come from Angola, Germany, India, Karakalpakistan, Kosovo, and Mexico.

http://deathquestionnaire.zhdk.ch/en/

Political Subversion – a Multi-sited Ethnography

The term subversion always has a reference towards political power. But, political power changes in a historic context – and it varies in different societies. This presented project intends to study with a multi-sited ethnography different appearances of political subversion – and to discover strategies and creativity techniques.

Universidade Iberoamericana Tijuana (Mexico) | 6th february 2014

Pfingstbewegungen und kulturelle Transformation

In Afrika bilden die sich ausbreitenden Pfingstreligionen Alternativen zu westlichem Liberalismus und animistischer Tradition – sind aber nicht frei vom beidem. Die Entwicklung in der rasant wachsenden Bevölkerung des Kontinents relativiert die europäische Vorstellung einer universellen Säkularisierung.

NZZ | 20. Dezember 2013

Pluralisierung der Perspektiven

In unserer Alltagswelt erfahren wir Situationen und Dinge zumeist als gewiss. Erst in interkulturellen Kontexten, durch Differenzerfahrungen und Störungen sehen wir die Dinge anders – und werden aufmerksam auf blinde Flecken.

Zett | 02/2015

Pentecostal Tsunami in Subsahara-Gesellschaften

Die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara wird gemäss UN-Prognosen im laufenden Jahrhundert enorm wachsen. Dies wird wegen der sehr hohen Präsenz von charismatischen Pfingstgemeinden zu einer Erstarkung der Religion führen. Die europäische Vorstellung einer universellen Säkularisierung wird im Zuge dieser Entwicklung relativiert. Es werden sich neue Varianten von religiös geprägten Modernen herausbilden.

swissfuture | 03/13

Protestantischer Fundamentalismus in den USA

Seit dem frühen 20. Jahrhundert sind religiös-fundamentalistische Denkströmungen in den USA präsent. Schon ihr Ursprung in den urbanen Zentren weist auf die Tatsache hin, dass sie sich nicht einfach gegen die Moderne, sondern eher auf einer Art parallelem Sonderweg entwickelten.

NZZ | 29. September 2011

"Wer hat heute nicht gesündigt?"

Während die Landeskirchen immer mehr Austritte verzeichnen, ist bei afrikanischen Kirchen oftmals ein enthusiastisches Christentum anzutreffen. Erweckung, Zungenreden, Gospel, Tanz und Dämonenvertreibung gehören zu den Praktiken.

NZZ | 18. Oktober 2010

Jenseits von Preisen

Im Übergang zur Moderne kommt es zur Ausdifferenzierung von Funktionssystemen, die sich als Umwelten gegenüber stehen und die folglich zunehmender Fremdbeschreibung ausgesetzt sind. Die Religion, die im Zuge dieser Entwicklung ihr Welterklärungsmonopol an andere Systeme abdelegieren muss, verlagert sich ins Irrationale. Indem das ökonomische Paradigma universalisiert wird, entsteht Bedarf für Unbezahlbares.

Erschienen in: Pahl, Hanno/Meyer, Lars (2010): Gesellschaftstheorie der Geldwirtschaft. Soziologische Beiträge. Marburg: Metropolis.